Unsere Lippen berühren einander, ich schmecke Karamell in Deinem Mund. Nach einer viel zu kurzen Ewigkeit lösen sie sich wieder voneinander, während unser beider Augen sich öffnen. Ich sehe ein reserviertes Braun gegen das hoffnungsvolle Grün ankämpfen. Du siehst mein Grün von Schmerz und Angst getrübt, während unser beider Gesichter sich auseinander bewegen.
Auf Deiner rechten Wange bahnt sich eine Träne ihren Weg zu Deinem Kinn und reißt mir ein klaffendes Loch in die Brust, als ich meinen linken Mundwinkel zu einem halbherzigen Lächeln hochziehe.
Ich greife unter Deinen Armen durch und um Deine Schulterblätter, bis meine Fingerspitzen sich berühren, ziehe Dich ruckartig an mich und atme tief durch die Nase ein in der Hoffnung, Deinen Geruch niemals zu vergessen, oder ihn zumindest bei mir zu behalten, bis er eines Tages vielleicht wieder an meine Nüstern würde.
Ich drücke meine Lippen auf Dein rechtes Ohr und flüstere hinein. „Ich hoffe, dass Du die Kraft findest.“ Du ziehst Deinen Kopf zurück und schaust mich an. „Ich auch.“ Du drückst mich wieder fest an Dich. Wir lassen erst voneinander ab, als die ersten Regentropfen auf meine Stirn plitschen. Ich flüstere Dir noch etwas zu, das Deine Wangen erröten lässt. Im Fortgehen drehe ich mich noch einmal, um Dir zu sagen, dass ich Dich lieb habe. Du erwiderst meine Worte und steigst in Dein Auto gen Süden.Im Gehen blicke ich Dir noch lang nach.
Durch auf meinen Kopf und den Boden um mich herum plätschernde Wassertropfen bahne ich mir den Weg zu meinem Auto, dem nun einmal mehr die Waschanlage erspart bleiben würde, steige ein, starte den Motor, lasse Tom Waits‘ Debütalbum über die Anlage laufen und fahre los nach Norden.

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