Ein zweiter Gang vor die Hunde

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Konntest Du ihn nicht bei Dir behalten
Deinen Senf -gleich Deinem Namensgeber
Und Stephan Labudes bestem Freund?
Die Streithälse selbst mit ihren alten
Wunden belassen, bis gegerbt wie Leder
Die Sonne die vernarbte Haut gebräunt
Stattdessen hast Du Dich verschworen
In ihrem Fleische selbst herum zu bohren
Statt, dass man sie zum Arzte bringe
Um die Schusswunden geschwind zu kurieren
Musstest Du selbst das Narrativ erst noch kupieren
Auf dass Deine Großmut umso größer klinge

Du hast Kugeln noch dazu hineingejagt
Ihm ins Bein und ihr in die Hand, den Unterarm
Beim Nächsten um ein Haar das Rückgrat nur verfehlt
Statt zu stützen, hast Du weiter sie geplagt
Machtest sie zu Räubern, Dich zum Gendarm
Und hast mit Deiner großen Gnade sie gequält
Sag, oh Gnädigster, zieltest etwa Du darauf
Dass, die in Verzweiflung tief Dir vertraut
Statt -wie sie’s wohl verdient gehabt- zu heilen
Statt, dass sie in Ruhe ihre Wunden lecken
Du’s wagen wolltest, noch Salz hineinzustecken
Auf dass sie Labudes Schicksal bald schon teilen

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