Improvisation auf einen Ohrwurm

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Am Tag wünsch ich die Nacht herbei
Und in jeder Nacht den Tag
Grünes Gras in fremden Gärten die Erlösung bringen mag
Es gibt sie nicht? Das ist mir einerlei
Die Suche geb ich niemals auf
Ihr Ziel zu kennen, liegt mir fern
Passe nicht ins Bild der Suchenden, war nie vom selben Stern
Nur weil ich auf der selben Erde lauf

Wär so gern einer von vielen
Doch leider klappt das einfach nicht
Würde täglich Spiele spielen
Mit nem Lächeln im Gesicht
Würd viel reden, wenig denken
Worüber wär dann ganz egal
Hab versucht mich so zu lenken
Doch es wurde mir zur Qual
Um mich herum tanzen die Geister
Die ich rief in meinem Wahn
Hielt mich für jedes Handwerks Meister
Und doch platzte er, mein Plan
Nun stehe ich vor dem Spiegel
Kenn mein Gegenüber nicht
Vieler Einflüsse Schmelztiegel
Doch mein eigener verwischt

Hab mich verlegt, den Ort vergessen
Verlor mich selbst, um zu gefall’n
Hab, damit die Gegensätze niemals aufeinanderprall’n
Meine Meinung stets gefressen
Hab die Welt für mich allein
Hab gebrochen meinen Schwur
Bin frei zu tun, was ich will, bleibt mir eine Frage nur
Wer, verdammt nur, soll ich sein?

So geb ich ein schönes Bild ab
Doch es zeigt nicht, wer ich bin
Keine Rolle, die ich je gab
Hatte letztlich einen Sinn
Und ich trage diese Masken
Doch mein Auge schaut hervor
Die die Wirklichkeit erfassten
Singen Töne in mein Ohr
Ihre Lieder summen leise
Geben mir den nöt’gen Halt
Und auf wundersame Weise
Verhindern sie jede Einfalt
Ja, so füll ich mein Regal
Und ich lese Buch um Buch
Um wen es geht, ist ganz egal
Bin’s doch ich, nach dem ich such

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