In Dir fand ich mich
Fand ich Elysium und Tartarus meiner Seele
Fand ich mein hellstes Licht, meinen finstersten Schatten
So lernte ich mich kennen und Dich lieben
Du sahst in mir Licht und Befreiung
Den Quell glaubtest Du rein
Doch barg den Abgrund auch ich in mir
Der für Äonen in Ketten mich hielt
Mit all Deiner Kraft hiebst auf ihre Glieder Du ein
Kämpftest um mein Leben, vertriebst meinen Tod
Dass ich frei würde, ließt Deine Seele Du bluten
Bis zum letzten Tropfen gabst beinah Du Dich her
Als die einst vergifteten Brunnen
Dich zu heilen
Klares Wasser wieder förderten
Trankst zweifelnd Du keinen Tropfen
Als die Felder, die Du bestellt
Dich zu nähren, Ähren trugen
Ich Dir Brote buk aus ihrem Mehl
Nahmst misstrauend keinen Krümel Du an
Als der Ruhm, der Dir gebührte
Dich zu ehren
Von Dir gekostet zu werden wünschte
Ergriffst, von Pan beseelt, Du die Flucht
So besahst nur aus der Ferne Dir
Du Deiner Hände Werk
Und wähntest zerrissen eines Kampfes Siegerin Dich
Den zu führen Du nie geträumt
Dessen klaffende Wunden
Ihre Bloßstellung fürchtend
Den strahlenden Harnisch nun fester gegürtet
Du Asklepios, durch meine Hand vertreten
Zu säubern und verbinden nicht erlaubtest
Die Du, Dir der Heilung Segen versagend
Ausbluten ließest
Bis, die ich liebte, unter ihrer Rüstung verstarb
So fühlte meine schwere Brust
Dem zweiten Sonnengott sich nah
Von dessen tiefstem Herzenswunsch
Kaum, dass im Überschwang er nach ihm griff
Die Seele ihm ins Nichts entglitt
Und einzig die kalte Hülle blieb
Sie zu bestaunen und betrauern
So ward auch mir von Moira beschieden
Dem schönen Nymphensohn an seinem Spiegelbrunnen gleich
Und doch nicht ganz
Verhungert und verdurstete ich
Unwissend Deine Rüstung schauend

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